Erlebnisse und Eindrücke der Fahrer von den Touren 5 und 6

Damit ihr Eindrücke von den Erlebnisen unsere Fahrer und Fahrerinnen gewinnen könnt, haben wir für euch Erlebnisberichte unserer Fahrer von den Touren 5 & 6 mal zusammengefasst. Viel Spaß beim Lesen!

 

Tour 5

Abfahrt in Gudensberg: Mittwoch, 16.3.2022 – 15:30 Uhr

Ankunft Gudensberg: Freitag, 18.3.2022 – 9:15 Uhr

Bei einem wunderschönen Sonnenaufgang kamen wir vier Fahrer (Stefan Kattner & Marcus Erler und Thomas Lemanzick & Christian Schäfer) früh morgens um 6:00 nach einer entspannten Fahrt an der polnisch-ukrainischen Grenze an. Der Start des Hilfstransportes war am Tag zuvor um 15:30 Uhr am Feuerwehrgerätehaus in Gudensberg. Geladen hatten wir die gesammelten Hygieneartikel aus einer Spendenaktion der Ursulinenschule sowie weitere dringend benötigte Hilfsmittel sowie ein Stromaggregat der Fa. Polyma aus Kassel.

Die Straßenverhältnisse waren auf der Fahrt sehr gut: kaum Verkehr und eine top ausgebaute Autobahn. Zwei Stunden vor dem Erreichen der Grenze, informierten wir unsere Kontaktperson in Schtschyrez über die Ankunftszeit, die sich nach der Beendigung der Ausgangssperre auf dem Weg zur Grenze machen wollten. Das weitere Prozedere (Anmeldung an der Grenze, mehrfache Passkontrollen, Autos wiegen, Überprüfen der Kartons auf ihren Inhalt, Zollabfertigung) war doch etwas komplizierter und zeitintensiver als geplant und von vorherigen Fahrern berichtet, sodass wir erst nach 5 Stunden die Grenze passieren konnten. Während unseres Aufenthaltes im Grenzbereich sahen wir viele Frauen mit Ihren Kindern und teilweise mit Ihren Haustieren die Grenze passieren. Auf der polnischen Seite wurden sie von der Caritas mit warmen Getränken versorgt, denn die Temperaturen waren trotz Sonnenschein knapp über den Gefrierpunkt.

Als wir am Treffpunkt im neutralen Transitbereich auf der ukrainischen Seite eintrafen war die Freude auf beiden Seiten groß. Menschen, die sich noch nie gesehen hatten, begrüßten sich herzlich – wie alte Freunde. Schnell wurden die Pakete in die ukrainischen Autos und Kleinlaster verstaut, der Anhänger mit dem Stromaggregat an das andere Fahrzeug gehängt und viele Fotos gemacht, sowie Geschenke für die Gudensberger Daheimgebliebenen in unserem Bus verstaut. Schnell noch ein Gruppenfoto auf Wunsch des Bürgermeisters Oleg Vasylyshyn und dann war Abschied angesagt, denn wir wollten den Heimweg antreten. Erst die ukrainische Grenze passieren, Einreise in die EU, polnische Grenze überqueren und zurück auf die gut ausgebaute Autobahn. Bei Marcus und mir verlief das Prozedere gut, bei den anderen beiden leider nicht. Leider haben sie uns erst 2,5h nach dem wir uns an der Grenze getrennt haben, anrufen können. So haben wir nach 250km umgedreht und waren um 17:30 Uhr wieder an der Grenze und hofften, dass Thomas und Christian bald wieder einreisen durften. Iryna, unsere ukrainische Dolmetscherin aus Schtschyrez war mittlerweile auch wieder an der Grenze auf der ukrainischen Seite eingetroffen und versuchte zu vermitteln. Ohne polnische oder ukrainische Sprachkenntnisse waren wir ziemlich aufgeschmissen, englisch oder deutsch spricht kaum jemand. Das Hauptproblem lag an dem Kennzeichen von dem Crafter, der bereits ein Kennzeichen mit Tageszulassung für eine spätere Überführung in die Ukraine hatte und somit nicht in die EU einreisen durfte. Nach vielen Diskussionen und Telefonaten wurde das Auto abschließend geröntgt und in die Ukraine überführt, sodass wir gegen 21:00 Uhr den Heimweg antreten konnten.

Da wir nun vier Fahrer waren, konnten wir auf der Fahrt häufig wechseln und kamen etwas erschöpft, aber gesund am Freitag um 9:15 Uhr in Gudensberg an.

Eins war allen Fahrern sicher: die Fahrt war eine Erfahrung fürs Leben, die unbeschreibliche Dankbarkeit und der herzliche Empfang der ukrainischen Freunde waren die Strapazen der Reise wert. Und gleich wurden Pläne für einen weiteren Hilfstransport und ein Besuch in Schtschyrez für die Zeit nach dem Krieg geschmiedet.

 

Tour 6 des Partnerschaftsvereins erfolgreich

Die Hilfsgüter der Tour 6 haben Uwe Kiefer und Eberhardt Kettlitz an den polnisch-ukrainische Grenzübergang Dołhobyczow-Uhryniv gefahren. Der Transport war beladen mit Hilfsgütern für Brody, einer Nachbarkommune von Schtschyrez. Die Ladung bestand aus wichtigem Medizinbedarf und Medikamenten, Schlafsäcken, Decken, Isomatten, Kleidung, Werkzeugen, Lebensmitteln, Hygieneartikeln sowie Powerbanks.

Die Tour startete am 18. März um 17:30 Uhr von Gudensberg aus. Die Grenze erreichten sie am nächsten Morgen um 08:15 Uhr. Einen Zwischenstopp machten die Fahrer zur kurzen Erholung in unserer polnischen Partnerstadt Jelcz-Laskowice. Am 20. März um 17:00 Uhr war der Transport dann wieder zurück in der Heimat. Dabei haben die Fahrer eine Fahrtstrecke von 2510 km zurückgelegt.

Uwe Kiefer und Eberhardt Kettlitz berichteten auch von ihren Eindrücken am Grenzübergang. Alles gehe recht geordnet vor sich. In Uhryniv sei eine erste Station vorhanden, von der aus Flüchtende mit Bussen an die Grenze gebracht werden. Es gebe dort auf ukrainischer und polnischer Seite Versorgungsstationen mit Getränken, Essen, Kleidung und Anlaufstellen zur Beratung. Die Szenen die beide dort erlebten, seien dennoch sehr beklemmend und erschütternd. Hilfstransporte kämen aus vielen Ländern an und würden sofort mit einer Vielzahl ukrainischer Helfer schnell umgeladen.

Unter den Helfern aus Brody waren auch der Stadtverordnetenvorsteher Ruslan Schischka und der Vize-Bürgermeister Oleksandr Elynevskij, die tatkräftig beim Umladen am Grenzübergang halfen.

Wir danken allen Fahrern für ihren Einsatz und den Bericht ihrer Eindrücke.

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